Reisebericht von Maria und Prof. Dr. Erwin Schwab

Februar 2016

Jambo, habari, hallo liebe Familie, Freunde und Förderer zu Hause,
wir grüssen euch ganz herzlich aus Kenia.

Als Kathi sich 2006 auf den Weg machte, um auf der Krankenstation von Schwester Therese im Westen Kenias, nahe der Grenze zu Uganda, 6 Monate ehrenamtlich zu arbeiten, hätten wir nie gedacht, dass sich daraus für uns mit Eurer/Ihrer Unterstützung ein Hilfsprojekt entwickeln würde. Für uns hat sich seither einiges verändert: 10 Jahre Kenia-Projekt, Spenden sammeln, Kontakte knüpfen, Mitarbeit im Verein „Freundeskreis Schwester Therese Vogel“, Fulda und nach Kenia reisen. Nun sind wir wieder hier, um die Krankenstationen zu besuchen, vertraute Menschen zu treffen und neue Projekte in die Wege zu leiten. 112 kg Hilfsgüter haben wir im Gepäck, med. Geräte, Verbandsmaterial, Kleidung, Laptops und nur wenige persönliche Dinge.

Unsere Anreise von Frankfurt über Amsterdam nach Nairobi verläuft reibungslos. Der Flughafen in Nairobi ist mittlerweile nach internationalem Standard ausgebaut. Alles ist perfekter und bestens durchorganisiert. Wir treffen auf gut geschultes, freundliches und sehr höfliches Personal. Niemals empfinden wir ein Gefühl von Unsicherheit. Auffällig ist, dass mittlerweile sehr viele Frauen als Bodenpersonal, im Service, beim Zoll und als Polizistinnen arbeiten. Es geht spürbar aufwärts in Kenia! Nach einem weiteren Inlandsflug nach Kisumu werden wir von Sr. Therese und dem Fahrer vom Bischof abgeholt. Auch Bruder Hans, der die Handwerkerschule am Victoriasee leitet, ist gekommen, um uns freudig zu begrüssen. Er ist für uns ein wichtiger Afrika-Kommunikator und -Freund. Beim gemeinsamen Mittagessen werden die ersten spannenden Afrika-Geschichten ausgetauscht.

Ca. 5 Stunden brauchen wir noch bis zu unserem Ziel. Wieder können wir während der Fahrt einen gravierenden Fortschritt im Land feststellen. Die Städte Kisumu und Bumgoma expandieren. Teerstrassen sind gebaut und die Buschpisten ausgebessert. Autos und Mopeds in zunehmender Zahl beherrschen das Strassenbild. Nur auf der Krankenstation St. Boniface im tiefen Busch am nördlichen Zipfel von Kenia ist die Zeit stehengeblieben. Sehnlichst und erwartungsvoll begrüsst uns die Kleinfamilie von Sr. Therese. Für sie ist unser Besuch eine grosse Abwechslung und ein Segen. Ihr könnt euch kaum vorstellen, mit welch strahlenden Augen und dankbarer Freude sie die mitgebrachten Geschenke und Kleiderspenden annehmen. „A sante Sana, Danke“ an alle grosszügigen Spender in Deutschland! Hier wohnen und leben wir nun für 11 Tage.

Der Garten und die kleine Farm liefern Gemüse, Obst, Eier und Hühnchen für unsere tägliche Verpflegung. Neben ihrer Tätigkeit als Krankenschwester ist Sr. Therese ein botanischer Fachmann. Viele Heilkräuter aus ihrem Garten werden zur Heilung von Krankheiten eingesetzt. Wir lieben die Kräutertees, die unser empfindliches Immunsystem in Afrika stärken. Die Regenwassertanks sind gut gefüllt, denn bei 32 Grad ist dann auch eine kalte Regenwasserdusche eine Wohltat.

Von den 24 Waisenkindern leben nur noch 2 auf der Krankenstation. Weitere besuchen eine Boardingschool oder befinden sich im Studium und in der Handwerkerausbildung. Froh und zufrieden sind wir, dass mittlerweile 7 geförderte Schüler eine abgeschlossene Berufsausbildung haben und als Lehrer, Krankenschwester und Schneiderin arbeiten. Unser Ziel bleibt, allen den Start zur Eigenständigkeit in der Zukunft zu ermöglichen. Dazu sind für 2016 bereits alle Schul- und Studiengebühren von den Spendengeldern bezahlt!

Die Versorgung der Patienten auf den 2 Krankenstationen wird von Sr. Therese und ihren 4 Mitarbeiterinnen in gewohnter Weise bewältigt. Die Zahl der Patienten ist z. Zt. etwas rückgängig. Es gibt weniger Malaria- und Aidskranke, aber täglich Zahnpatienten. Ein Schwerpunkt bildet die Mütter-und Kleinkindervorsorge. Von Regierungsseite ist sehr viel Kapital in die Gesundheitsvorsorge gesteckt worden. Sr. Therese muss eine umfangreiche Krankenstatistik führen aufgrund derer sie dann mit kostenlosen Medikamenten beliefert wird. Verbessert werden muss die Zusammenarbeit zwischen kommunalen „Healthworkern“ und der Krankenstation. Aufklärung der Bevölkerung ist ein grosses und wichtiges Ziel.

Wie kann eine nachhaltige Zukunft der Krankenstationen gesichert werden?

Schwester Therese arbeitet mit 83 Jahren nach wie vor täglich 12 Stunden. Sie behandelt Patienten, managed und delegiert den gesamten Tagesablauf. Wenn es möglich ist, leistet sie sich mittlerweile eine kurze Mittagsruhe.

Nach Absprache mit dem Bischof (die Krankenstationen unterstehen der Leitung des Bistums Bungoma) und der örtlichen Gesundheitsbehörden sollen noch in diesem Jahr 2 examinierte kenianische Krankenschwestern und eine Labormitarbeiterin eingestellt werden. Dadurch soll eine qualitativ hochwertige Krankenversorgung dauerhaft ermöglicht werden und in den nächsten 3 Jahren der Übergang der Verantwortung in neue Hände erfolgen.

Ausserdem haben wir mit Bischof Norman den Ausbau einer vorhandenen Seminareinrichtung in der ländlichen Region zu einer Handwerkerschule für Mädchen mit 4 Ausbildungsrichtungen abgestimmt.

Die Seminareinrichtung wird von kenianischen Schwestern geleitet, die bereits vor Ort sind. Die Finanzierung muss in den nächsten Wochen abgestimmt werden.

Wir sind sehr zuversichtlich, dass dies auf den Weg gebracht wird und im Sinne aller Spender ist.

Nach getaner Arbeit sind wir gestern nach Namibia weiterreist. Wir wollen uns etwas entspannen auf unserer Reise durch die Namib-Wüste.

Wir sagen im Namen von Sr. Therese ein herzliches Dankeschön nach Deutschland an Sie/ Euch alle für die bisherige Mithilfe in der Hoffnung auf ein weiteres „Miteinander, Füreinander, für die Andern“.

Seid herzlichst gegrüsst,
bis zum Wiedersehen in Deutschland am 9.3.2016.

Maria und Erwin Schwab

Jahresbrief 2015

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Freundeskreis Sr. Therese Vogel: Vorstandssitzung und Jahreshauptversammlung 2015

Am 7. März 2015 fanden Vorstandssitzung und Jahreshauptversammlung des ‘Freundeskreises Sr. Therese Vogel’ statt. Nachfolgend einige Informationen hierzu.

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 Als Bildunterschrift bitte "Der Vorstand: v. l. Herr Prof. Dr. Schwanitz, Frau Latsch, Herr Fladung, Frau Bubeck, Herr Prof. Dr. Schwab und Herr Dr. Schreck. Es fehlt Frau Wehner.

Der Vorstand: v. l. Herr Prof. Dr. Schwanitz, Frau Latsch, Herr Fladung, Frau Bubeck, Herr Prof. Dr. Schwab und Herr Dr. Schreck. Es fehlt Frau Wehner.
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Reisebericht: Kenia 2014

Vielen Dank an Prof. Dr. Erwin Schwab mit Gattin Maria und Frau Heide Bubeck!