Gottesdienst aus St. Antonius: Gott traut dir etwas zu!

Allzu oft lassen wir uns manipulieren und blenden, allzu schnell sind wir dabei, Menschen in fertige Schubladen abzusortieren, aus denen schwer wieder herauszukommen ist. Die Berufungserzählung des jungen Davids setzt dazu eine Art Kontrapunkt. Alle Favoriten auf den Königsthron Israel erweisen sich als unfähig, ausgerechnet der jüngste Sohn Isais ist es schließlich, der von Samuel gesalbt wird. Wird er auch als schön und jung beschrieben, waren doch beides nicht unbedingt von einem König erwartete Eigenschaften. An zentraler Stelle heißt es: “Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.” Genau dieses Herz, dieser wohl noch verborgene Charakter, das Potenzial des jungen Davids sind für Gott Grund, ihn zum König Israels salben zu lassen. Dies gibt uns Hoffnung: Genau wie damals David, so sind es heute wir, denen Gott ins Herz sieht, und uns etwas zumutet, gerade auch wenn wir sonst eher unscheinbar wirken oder in manche Schublade absortiert werden…

Anmerkungen von Pfarrer Liebig am Ende des Gottesdienstes

Liebe Pfarrgemeinde von St. Antonius und St. Pius,

hier an dieser Stelle gäbe es jetzt die Vermeldungen für die kommende Woche hinein in die Fastenzeit. Alles was ich vermelden kann ist die Ausbreitung des Corona-Virus, dass er uns hemmt und gleichsam herausfordert.

Allerdings haben uns in diesen Tagen einige Anweisungen unseres Bischofs Dr. Michael Gerber erreicht, die ich Ihnen heute zur Kenntnis geben möchte. Damit Sie wissen, wie unser eingeschränktes kirchliches Leben jetzt gestaltet werden kann:

  • Es sollen keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden (Eucharistiefeier, Taufen, Trauungen, Stundengebet, Andachten …).
  • Bei Beerdigungen müssen wir die staatlichen Vorgaben einhalten, was bedeutet, dass sie nur im engsten Familienkreis am Grab stattfinden können. Auch die Feier des Requiems ist momentan nicht möglich. – Ich möchte aber zusammen mit den Trauernden nach dieser Pandemie dann einen Gottesdienst feiern, zu dem wir alle Angehörigen der in dieser Zeit Verstorbenen in besonderer Weise einladen werden.  
  • Trauungen und Taufen sollen aufgeschoben werden. Sollte aus einem schwerwiegenden Grund der Empfang dieser Sakramente nicht zu verschieben sein, dann kann in Absprache mit unserem Bischof im kleinsten Kreise die Feier stattfinden. (Bei der Taufe Eltern und Paten, bei der Trauung Brautpaar und zwei Trauzeugen).

Die bestellten Messintentionen werde ich in der jeweiligen Messe feiern, so dass sie als gelesen gelten.

Gerne können Sie auch Intentionen für den Monat April und die Folgemonate per Internet oder mit einem Formular, das in der Kirche in der Auslage ausliegt bestellen. Werfen sie dann das Formular in den Briefkasten des jeweiligen Pfarrbüros. Vielen Dank!

  • Sämtliche Veranstaltungen und Angebote unterbleiben in diesem Zeitraum, in dem die staatlichen Reglementierungen gelten.
  • Unsere St.-Antonius-Kirche ist für Sie jeden Tag von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Hier können Sie:
    • Ihr Gebet vor Gott hinbringen und auch ein Kerzchen in Ihren Anliegen anzünden.
    • Sie können Ihre Bitten am Fürbittkreuz anbringen oder sie uns auch digital zusenden. Dann werden wir sie ausdrucken und ebenfalls anbringen.

Die Fürbitten werden wir dann sowohl in die Werktagsgottesdienste als auch in die Sonntagsgottesdienste in die Feier mit hineinnehmen und vor unseren großen Gott tragen.

  • Wir haben dort auch den Bischofsbrief an Sie zum Lesen ausgelegt.
  • Unsere Feier der Erstkommunion ist auf Sonntag, 23. August verlegt

worden. Auch diesen Termin können wir natürlich nur unter den Vorbehalt stellen, das sich die Lage bis dahin normalisiert hat.

Für etwaige Terminverschiebungen von Taufen und Trauungen melden Sie sich bitte im Pfarrbüro.

  • Das Sakrament der Beichte kann nach pers. Absprache gespendet werden.
  • Ein persönlicher Kontakt mit unter Quarantäne stehenden oder nachweislich am Coronavirus erkrankten Personen ist uns untersagt. Das gilt nicht für Krankenhausseelsorger im Rahmen ihrer Tätigkeit.

Das sind, liebe Schwestern und Brüder, Einschränkungen, die mich persönlich sehr schmerzen. Vor allem, dass ich keine hl. Messe mit Ihnen feiern darf.

Aber Gott handelt – hier und heute mit uns ganz konkret.

Leben wir doch in einer Gesellschaft des Umbruchs und des Aufbruchs.

Und jetzt sind wir zu einem Stillstand gezwungen, der uns zeigt:

  • Wir kommen an unsere Grenzen, weil wir eine Krankheit übertragen könnten.
  1. Alle sind zu Hause Tag für Tag. In einer Gesellschaft, die auf Produktivität und Konsum angelegt ist und die uns manchmal 12 oder gar 14 Stunden hetzt Dingen hinterherzurennen, deren Sinn uns selbst nicht klar ist, ohne freien Tag.

All das ist auf einmal nicht mehr wichtig und ich erlebe jetzt worauf es ankommt. Das Wesentliche wird mir jetzt viel bewusster. – Und ich nehme mir Zeit dafür.

Mehr Zeit für Gebet, persönliche Kontakte am Telefon und Vieles mehr.

  • Hatten wir doch alles so schön delegiert.

Das Großziehen unserer Kinder, in Kindergarten und Schule.

Und so zwingt uns das Virus zu anderen Lösungen und wir erfahren auf einmal die Nähe im persönlichen Miteinander in der Familie und der Kirche. 

Auf einmal gehen wir wieder spazieren und erleben die Natur ganz anders. Sind wir doch körperlich fern, aber innerlich doch einander sehr nahe wie schon lange nicht mehr. Es wird so eine neue Familie.

In einer sozialen Phase, in der es normal war, zuerst auf die eigenen Befindlichkeiten zu achten, gibt uns das Virus eine klare Ansage: der einzige Weg, um es zu überwinden, ist der gemeinsame, auf Gegenseitigkeit bedachte Weg, wo wir einander und aufeinander wesentlich mehr achten aus einem tiefen christlichen Verständnis heraus.

  • Und dann erlebe ich noch etwas. – Ich gehe in diesen Tagen viel in die Natur und ich spüre die frische Luft, merke die Ökologie kann sich auf einmal erholen, weil alle großen Industriestaaten – angefangen von China, Europa und die USA – auf einmal mit ihrer Industrie stillstehen, innehalten.

Natürlich werden uns hier große Opfer gerade in der Wirtschaft abverlangt. Aber die Frage steht im Raum: Dürfen wir alles, was wir können?

Wir sind in dieser Welt Teil eines großen Ganzen, für das wir gemeinsam Sorge tragen, da es für uns sorgt.

Wir spüren eine Abhängigkeit, die uns jetzt Zeit gibt zur Besinnung, vielleicht werden es auch lange Exerzitien, in denen uns Gott zur Umkehr und Veränderung ruft.

Lassen wir uns, wenn es auch schwer werden wird, auf diese Zeit ein und bedenken wir was wir daraus lernen können.

Ich wünsche uns allen viel Kraft in diesen Tagen und ein Durchhaltevermögen, das uns Kraftpotentiale für die Zukunft in Kirche und Welt zu schenken vermag, die wir nie für möglich gehalten hätten.

Spüren Sie: Gott spricht – und wie er spricht!

Ihnen allen wünsche ich einen schönen und gesegneten Sonntag und in der kommenden Woche gute Exerzitien im Alltag.

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