Neues aus St. Michael

„Wir dürfen uns doch im Morgenkreis jetzt nicht mehr die Hände geben!“ – Es ist nun bald zwei Monate her, dass wir uns im Kindergarten St. Michael an die neuen Regeln im Umgang mit dem Corona Virus gewöhnen mussten. Kinder und Erzieherinnen lernten diese, noch nie da gewesene Situation, gemeinsam kennen und bemühten sich, unter Einhaltung der aktuellen Bestimmungen, den gewohnten Tagesablauf beizubehalten. Eine Begrüßung oder Verabschiedung ohne Handschlag war hierbei die geringste Herausforderung. Wickeln, Nasen putzen, Mund abwischen – auf diese unmittelbaren Kontakte sind besonders die kleinsten Kinder unserer Einrichtung angewiesen.

Ab dem 16. März 2020 blieben dann die Kitas und Schulen in ganz Hessen geschlossen und auch in unserem Haus wurde es plötzlich sehr still. Der Kontakt zu den Kindern war unterbrochen, was eine ungewohnte Situation für uns alle war!

Doch die Arbeit ging natürlich weiter. Aufgrund der Nähe zum Klinikum, arbeiten einige Eltern in den sogenannten „systemrelevanten Berufen“ weshalb wir eine Notbetreuung einrichteten.

Unser Team machte es sich zur Aufgabe, die „Corona-Zeit“ sinnvoll und effektiv zu nutzen. – Ganz nach dem Motto: „Auch ohne Kinder für die Kinder!“ – Auch wenn täglich nur so viele Erzieherinnen wie nötig anwesend sein durften, gab es einiges zu tun: Entwicklungsberichte schreiben, Weiterentwicklung der Konzeption, Vorbereitungen für den Jahresabschluss, Sperrmüll und Reinigung aller Gruppenräume!

Doch was ist eine Kindertageseinrichtung nun mal ohne ihre Kinder? Was ist die Vorfreude auf Ostern ohne strahlende Augen?

Leuchtende Schriftzüge an den Fenstern signalisieren den Kindern und Ihren Eltern: „Bleibt gesund“, „ Wir vermissen euch“!

Über die Homepage der Pfarrgemeinde erhielten die Familien zu Ostern einen Gruß mit Bastel-, Sing-, Mal-, und Backanleitungen.

Auf diesem Wege informieren wir unsere Eltern auch über die aktuellen politischen Beschlüsse. Die modernen Kommunikationswege helfen dabei, Informationen mitzuteilen, und Anregungen für gemeinsame Aktionen zu verbreiten.

So sind die Kinder dazu eingeladen, uns Bilder und Briefe über ihre Kita-freie -Zeit zu schicken. Darüber hinaus können die Kinder selbst bemalte Steine vor dem Zaun der Kindertageseinrichtung ablegen, sodass eine lange bunte Schlange entsteht.

Unser Haus füllt sich nun zusehends, denn immer mehr Eltern sind berechtigt, eine Betreuung in Anspruch zu nehmen. Wir sind bemüht, all diesen Familien eine Betreuung zu ermöglichen, wobei eine Notgruppe derzeit maximal 5 Kinder umfassen darf. Die Eltern zeigen sich hierbei sehr einsichtig und beweisen Vernunft, wofür wir uns bedanken möchten.

Für Die Kinder und Erzieherinnen gilt nun weiterhin: Abstand halten und Hygienevorschriften berücksichtigen so gut es eben geht! Wie lange dieser Grundsatz unseren Alltag noch bestimmen soll, wird sich zeigen…

Doch eins steht fest, Normalität wird wohl auch in St. Michael so schnell nicht einkehren!
Aber auf dem Weg dorthin freuen wir uns über jedes Kind, dass wir nach der langen Zeit der Isolation wiedersehen und das mit seinen ganz eigenen Erlebnissen, Fragen und Erfahrungen zu uns zurückkehrt!

A. Büttner