Sag mir, wo die Christen sind

Einladung zum Tag der Pfarrgemeinderäte am 5. September

„Sag mir, wo die Christen sind – Menschen verstehen lernen mit der Sinus-Milieustudie“ ist das Motto des Tages der Pfarrgemeinderäte, zu dem am Samstag, 5. September 2009, Ehrenamtliche aus Pfarrgemeinderat und verbandlicher Arbeit eingeladen sind.

„Der Tag bietet die Möglichkeit, noch offene Fragen rund um die Sinusmilieus zu beantworten, und wird den Einstieg in das Bistums-Projekt der Lebensraumorientierten Seelsorge ermöglichen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihre praktischen Erfahrungen aus ihrer Arbeit vor Ort mit den Ergebnissen der Sinus-Milieustudie vergleichen. Ziel des Tages ist, Gemeinde als Ort verstehen zu können, an dem die unterschiedlichsten Milieus versöhnt miteinander umgehen können.“ so Richard Pfeifer, Vorsitzender des Katholikenrates Fulda.

Wichtiger Schwerpunkt des Tages ist die Vorstellung „junger“ Milieus in verschiedenen Arbeitskreisen. Einführungen geben Doris Pausch, Meerholz-Hailer, für das Milieu der „Modernen Performer“, Thomas Bretz, Fulda, für das Milieu der „Hedonisten“, Alexandra Franke und Ludger Hesskamp für das Milieu der „Experimentalisten“. Einen Einblick in das Milieu der „Bürgerlichen Mitte“ erhalten die Arbeitskreisteilnehmer von Ernst Joachim Jost, Hünfeld. In das Milieu der „Postmateriellen“ führt Andreas Groher, Schlüchtern, ein. Das Milieu der „Konsummaterialisten“ wird Alfred Heil, Maberzell, vorstellen. Darüber hinaus wird es Arbeitskreise mit einer allgemeinen Einführung in die „Sinus-Milieus“ von Dagmar Denker, Kassel, geben sowie AK’s mit Praxisbeispielen aus der pastoralen Arbeit für Jugendliche und junge Erwachsene. Diese Arbeitskreise werden für das Bad Hersfelder Projekt 2010 von Pfarrer Christian Sack und Katharina Schick vorgestellt, sowie für das ‘youth team‘ der Hünfelder Oblaten von Pater Dirk Fey OMI.

Das Tagesprogramm wird am Nachmittag fortgesetzt mit einem Referat von Dagmar Denker zum Thema „begabt Gemeinde leben – lebensraumorientierte Pastoral und neue Gemeindebilder“. Das Treffen schließt mit einer gemeinsamen Eucharistiefeier in der Kapelle des Bonifatiushauses.

Wir laden alle ein, die zur Theorie und Praxis der Lebensraumorientierten Pastoral Fragen haben und sich austauschen wollen. Melden Sie sich an unter 0661 87467. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen sind erhältlich über die Geschäftsstelle des Katholikenrates, Mathias Ziegler, katholikenrat@bistum-fulda.de

Quelle/Herausgeber: Vorstand des Katholikenrates im Bistum Fulda, Paulustor 5, 36037 Fulda, 0661/87467, Redaktion: Mathias Ziegler – Internet-Adresse: http://www.bistum-fulda.de, e-mail: katholikenrat@bistum-fulda.de

Seelsorgesignal Sinus-Studie

sinusDie Kirche von heute muss sich ändern, damit es morgen noch Kirche gibt, die Pfarrgemeinden müssen sich ändern, damit es noch Gemeinden gibt. Dagmar Denker vom bischöflichen Seelsorgeamt hat Pfarrgemeinderäte des Pastoralverbundes Florenberg-St.-Pius mit der aktuellen „Milieu-Studie“ des Forschungsinstitutes Sinus vertraut gemacht und die Bedeutung für die Gemeindearbeit erklärt.

Was bewegt die Menschen in unseren Dörfern und Städten? Wer wohnt dort und wie richten sich die verschiedenen Gruppen ihr Leben ein? Die Sinus-Sozial-Studie hat zehn verschiedene „Milieus“ entwickelt, verteilt auf drei „Grundorientierungen“. Gefragt wurde dabei auch nach religiösen Einstellungen und Vorstellungen, nach Stellung in oder zu der Kirche. Ein Ergebnis: Nur zwei dieser Milieus beschreiben Lebensstile, in denen sich die Menschen an der Kirche orientieren, in der Studie als die „Traditionsverwurzelten“ und die „Konservativen“ bezeichnet. Die Menschen dieser Gruppen entstammen zu weiten Teilen der Nachkriegsgeneration. Provokant formuliert: In den nächsten zwei Jahrzehnten bricht der Kirche das Rückgrat weg.

Die Sinus-Studie ist nicht nur inhaltlich genau, sie zeichnet die Milieus bis hinunter in die einzelnen Gemeinden mit relativ hoher Verlässlichkeit nach. Erfasst sind dabei allerdings alle Haushaltsvorstände eines Ortes, nicht nur die Katholiken. Die Pfarrgemeinderäte konnten im Versuch „ihre“ Gemeinde nach den Sinus-Gruppen nun selbst beschreiben. Der Vergleich mit der Wirklichkeit war für manche brutal: Obwohl die Gemeinderäte täglich vor Ort unterwegs sind, nah dran an den Menschen – sie haben das Umfeld völlig falsch eingeschätzt. Beispiel Künzell, Pfarrei St. Antonius: Zu den zweitgrößen Milieus nach den „Traditionsverwurzelten“ gehören in Künzell nicht nur die unterdurchschnittlich vertretene „Bürgerliche Mitte.“ Genauso stark sind die sogenannten Hedonisten und – deutlich über dem Bundesschnitt – die Etablierten.

Was bedeuten diese Zahlen und Milieuzuordnungen für die Gemeindearbeit? Da wundert sich mancher engagierte Kirchenmann, warum so wenige Leute ein bestimmtes Angebot nutzen. „Alle sind herzlich eingeladen“ – dieses Schreiben ist im Verständnis eines Vertreters des Milieus der „Etablierten“ keine Einladung, sondern eine ausgesprochene Ausladung. Menschen dieser Gruppe sehen sich als Führungspersönlichkeiten: Große Werte sind für sie Erfolg und Anerkennung, und das schließt eine gewisse Exklusivität ein: Man tut, was andere nicht tun. Wenn also „alle“ eingeladen sind, dann fühlen sich die „Etablierten“ gerade nicht angesprochen. Und genau diese Gruppe ist in Künzell mit 14 Prozent besonders stark. Im Bundesschnitt werden nur 10 Prozent diesem Milieu zugeordnet. Noch ein Problem dieser Gruppe: „Etablierte“ stellen hohe Ansprüche an sich und an alle, mit denen sie zu tun haben, und damit auch an die Gemeinde. Der durchschnittliche Ortspfarrer, die gewöhnliche Gemeinde sind dieser Gruppe genau das: zu durchschnittlich, zu gewöhnlich. Schlussfolgerung für die Pfarrgemeinderäte: Wer diese Gruppe für die Kirche gewinnen will, der wird mit dem „gewöhnlichen“ Angebot keine Erfolge erzielen.

Die Sinus-Studie mit ihren für den eigenen Ort überraschenden Ergebnissen war zunächst ein Schock für die Pfarrgemeinderäte. Andererseits bietet die Erhebung der Kirche in Künzell, in Pilgerzell, in St. Pius und am Bachrain auch die Möglichkeit, nun gezielter auf die Menschen zuzugehen. Und dabei macht die Milieu-Studie auch Mut: Auch in den modernen Lebensstilen zeigen die Menschen häufig eine grundsätzliche Sympathie für „Kirche“, allerdings nicht unbedingt für „die Kirche“, wie sie sich derzeit in den Gemeinden zeigt. Über die verschiedenen Milieus hinweg sind die meisten Menschen auf der Suche nach einem Sinn. Bislang finden sie bei der Kirche keine Antwort. Mehr noch: Selbst in unserer ländlichen Region fragen viele schon gar nicht mehr bei der Kirche nach. Diese Wirklichkeit stellt die Sinus-Studie schonungslos dar. Sie zeigt aber auch: Die Kirche kann hier Hilfe sein, wenn sie sich ändert.

Für die Pfarrgemeinden ist dies eine doppelte Herausforderung, zugleich aber auch Chance: Durch den „Pastoralen Prozess“ ändern sich die Strukturen in den Gemeinden derzeit sowieso. Rund um den Florenberg ist zusammen mit St. Pius ein neuer Pastoralverbund entstanden. Nun stellt sich zu der Frage des äußeren Wandels – weniger Pfarrer, mehr Zusammenarbeit über die Pfarreigrenzen hinweg – auch die Frage des inneren Wandels: Was ist das Ziel der Kirche? Wozu bin ich als Pfarrgemeinderat künftig gefragt und wozu nicht? Wie müssen wir heute die inhaltlichen Weichen stellen, damit morgen in dem Kirchenzug der Ortsgemeinde noch jemand an Bord ist? Eine Gewissheit allerdings konnten die Laien und Priester des Pastoralverbundes auch mit nach Hause nehmen: Nach zwei Jahrtausenden wird Gott seine Kirche auch wegen der Sinus-Studie nicht aufgeben.

Text: Hermann Diel

Anmerkung: Informationen zur Sinus-Studie bietet Milieus-Kirche.de

Kirche muss zu den Menschen in den Milieus

Katholikenratsvollversammlung zur Umweltthematik, Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke berichtet zur Lage des Bistums

„Ohne Gott ist Zukunftsfähigkeit in vollem Sinne nicht denkbar“. Mit ihrem Impulsreferat wies die Umweltbeauftragte des Bistums Fulda, Dr. Beatrice van Saan-Klein, vor dem Fuldaer Katholikenrat darauf hin, dass der Mensch sein Handeln für die Bewahrung der Welt und der Natur letztlich vor Gott verantworten muss. Auf der Katholikenratsvollversammlung am vergangenen Wochenende im Fuldaer Bonifatiushaus stand neben der Bewahrung der Schöpfung der Bericht des Generalvikars Prof. Dr. Gerhard Stanke zur Lage des Bistums und die Diskussion über die Arbeitsfähigkeit der Projektgruppen auf dem Programm des Laiengremiums.

Es sei eine Aufgabe der Kirche, eine neue Verständigung über die tragenden Grundwerte des Lebens anzuregen und die Nachhaltigkeit menschlichen Handelns als Konsequenz aus dem Glauben an Gott als Schöpfer in den gesellschaftlichen Dialog einzubringen, erklärte die Umweltbeauftragte. „Aus christlicher Sicht gehören Ökologie, Ökonomie und Soziales zusammen. Der wichtigste Maßstab der Kirche für die ethische Bewertung menschlichen Umwelthandelns ist die Schöpfungsgerechtigkeit, die sich am Wohl der Schwächsten orientiert“, so van Saan-Klein. Die Umweltbeauftragte der Diözese Fulda stellte verschiedene Handlungsfelder vor, in der auch die katholische Kirche und besonders das Bistum Fulda nachhaltige Entwicklungen fördert. An konkreten Beispielen zeigte die Umweltbeauftragte, wie Grundeigentum nachhaltig bewirtschaftet wird, der Artenschutz in kirchlichen Gebäuden und auf kirchlichem Grund vorangebracht werden, sowie die Energieeinsparung und die Verwendung erneuerbarer Energien gefördert werden kann. Besonders wies die Umweltbeauftragte auf die Energieerfassungsformulare hin, mit der ab sofort im Bistum Fulda der Verbrauch an Strom, Wasser und Heizenergieträgern in den kirchlichen Gebäuden des Bistums erhoben werden soll, um durch mehr Aufmerksamkeit Energieeinsparung gezielt möglich zu machen. „Der Katholikenrat will das Thema ‚Bewahrung der Schöpfung’ mit einem eigenen Projekt voranbringen. Die Projektgruppe beabsichtigt, eine Checkliste für energieeffizientes Modernisieren kirchlicher Gebäude zu erstellen und außerdem der Umweltbildung im kirchlichen Raum stärkere Beachtung zu verschaffen“, so Richard Pfeifer (Biebergemünd-Kassel), Vorsitzender des Katholikenrates.

In seinem Bericht zur Lage des Bistums erläuterte Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke am Samstagmorgen die finanzielle Situation des Bistums. Die Kirchensteuereinnahmen würden nach derzeitigen Schätzungen im Jahr 2009 um ca. 5,2 Millionen, in 2010 um 8,9 und 2011 um 9,5 Millionen Euro zurückgehen. Dies seien die geschätzten Einnahmeverluste aufgrund der Veränderung gesetzlicher Vorgaben. Hinzu kämen weitere Rückgänge von Kirchensteuernmitteln, die durch die Arbeitslosigkeit verursacht würde, wenn sie weiter steigt. Insgesamt bedeute dies, dass die finanziellen Gestaltungsspielräume für das Bistum Fulda eingeengt würden. Das Bistum sei durch die derzeitige Finanzkrise zwar nicht ungeschoren, aber ohne größeren Schaden hindurch gekommen. Dies liege an der vorsichtigen Anlagepolitik des Bistums.

Bezüglich der Kirchenaustritte erklärte der Generalvikar, die Zahlen seien in den letzten Jahren relativ konstant. Im Jahr 2007 seien z. B. 1.500 Kirchenaustritte zu verzeichnen gewesen, wohingegen 250 Übertritte und Wiederaufnahmen stünden. Die Zahl der Katholiken des Bistums sei zwischen 2000 von 447.431 auf 419.258 Katholiken in 2008 gesunken. Man müsse feststellen, dass die Katholikenzahl des Bistums jährlich in der Größenordnung einer Gemeinde, also um ca. 3.800 Personen zurückgehe. Dieser Rückgang komme neben der Zahl der Kirchenaustritte vor allen Dingen dadurch zustande, dass die Sterbefälle die Zahl der Taufen überstiegen.

Bezüglich der Anzahl der pastoralen Mitarbeiter referierte der Generalvikar, dass die Zahl der Priester von 2003 (190) auf 160 im Jahr 2008 gesunken sei. Die Zahl der Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sei von 96 im Jahr 2003 auf 116 im Jahr 2008 gestiegen. Man könne feststellen, dass das hauptamtliche Personal im Bistum sich kaum verringert habe, dass sich aber die Einsatzstruktur durch die Verschiebung von Priestern verändere, gleichzeitig aber die Zahl der Katholiken stetig zurückgehe. Die Relation von Hauptamtlichen zu Katholiken sei konstant geblieben.

Der Generalvikar warb für den Pastoralen Prozess des Bistums. Nachdem die Strukturveränderung des Bistums zum Abschluss gekommen sei, gehe es nun darum, inhaltliche Vorgaben für die pastorale Arbeit in den neuen Pastoralverbünden zu entwickeln. Das Bistum habe deshalb ein Projekt „Lebensraumorientierte Seelsorge – missionarisch Kirche sein“ angestoßen. Mit Hilfe der Ergebnisse der Sinus-Milieu-Studie und den Daten der Mosaik-Milieus solle die pastorale Wirklichkeit neu in den Blick genommen werden. Das vom Bistum angeregte Projekt sei im vergangenen Jahr mit Dekanatskonferenzen gestartet worden und gehe nun nach intensiver Diskussion in den Pastoralverbünden mit dem geplanten Bistumstag am 3. Juli 2009 in eine weitere Phase. Als besondere Aufgabe bezeichnete es der Generalvikar, dass Kirche an den Orten präsent ist, wo Menschen zusammen kommen. „Eucharistiefeiern sind die für den Bestand unserer Gemeinden von entscheidender Bedeutung. Es reicht aber bei weitem nicht aus, in einer einladenden Haltung zu verharren und sich zu beklagen, dass immer weniger Menschen zu Gottesdiensten und Veranstaltungen wie Gruppenstunden und Pfarrfesten kommen.“ so Generalvikar Stanke. Vielmehr sei es notwendig, dass Kirche soziale Orte aufsuche, an denen Menschen sich treffen und ihren Alltag gestalten. Es komme zudem darauf an, Menschen zu finden, die zu den gesellschaftlichen Milieus hingehen.

Im Anschluss an das Referat des Generalvikars beriet der Katholikenrat über das weitere Vorgehen der Projektgruppen. Der Bericht des Vorsitzenden und die Beratung über die vorliegenden Anträge, schlossen die Tagung des Katholikenrates ab. Dabei sprach sich der Katholikenrat vor allen Dingen für eine Stärkung des Umweltengagements des Bistums aus. Der Fortschritt in der Ökumene und die Weiterarbeit an den Ergebnissen des für kommenden Mai geplanten Ökumenischen Kirchentages, waren ein weiteres Anliegen des Katholikenrates, dem mit großer Mehrheit zugestimmt wurde.

Quelle: Katholikenrat im Bistum Fulda, Redaktion: Mathias Ziegler, katholikenrat@bistum-fulda.de

Gemeinsam auf dem Eheweg

ehevorbereitungskurs2009

Ehevorbereitung im Pastoralverbund Florenberg

„Der Pfarrer spricht – und wir lernen den Dreiklang Liebe – Ehe – Kinderkriegen. Dinge also, von denen er keine Ahnung hat.“ Das waren die Befürchtungen eines der 14 Paare beim Ehevorbereitungsseminar am Wochenende in Künzell. Es blieb bei der Befürchtung. Die 28 jungen Leute haben in den zwei Kurstagen tief ins eigene Leben geblickt. Und sie sehen sich nach dem Intensivkurs auf das künftige Leben als Eheleute und Familie vorbereitet.

Das Seminar in Künzell wurde geleitet von Pfarrer Rudolf Liebig und dem Ehepaar Anita und Michael Jansen. Das Konzept ist für die Jansens bundesweit einmalig: Die Jansens nennen es „symbol-orientiert, partner-zentriert und kreativ“. Was theoretisch klingt, spricht die Paare auf dem Weg zum Altar direkt an. Die Themen tragen weiter als nur bis zur Haustür des Thomas-Morus-Hauses in Künzell: „Wir haben auf dem Weg nach Hause im Auto weiter gesprochen – und den Faden beim Frühstück wieder aufgenommen“, sagt ein junges Paar. Die angehenden Eheleute hatten ein Bild gemalt. Sie haben darin zurück geblickt auf ihr bisheriges gemeinsames Leben: Wie sie sich kennen gelernt hatten, zueinander fanden, was ihnen im Weg stand. Bei einem Paar war es die räumliche Trennung, die Wochenend-Beziehung. Daran wäre das Paar um ein Haar gescheitert. Im Seminar in Künzell wird diese Zeit wieder lebendig. Die jungen Leute erfahren, wie sie solche Konflikte lösen können. „Wir reden über Dinge, über die wir sonst nie gesprochen haben“, sagt ein Teilnehmer.

Das Team mit den Jansens und Pfarrer Liebig spricht religiöse Themen genauso an wie konkrete Situationen im künftigen Ehealltag. „Wir lernen hier nicht wie bei der Führerscheinprüfung“, sagt eine Teilnehmerin: „Es gibt keinen Fragen-Antwort-Katalog. Es geht nicht darum, das richtige Kästchen im Ehe-Test ankreuzen zu können. Die eigenen Gedanken, Sorgen und Hoffnungen loten die Paare vor sich und für sich aus. Am Ende nimmt jeder aus dem Seminar etwas mit nach Hause. „Der Schritt in die Ehe – hier und heute hat sich unsere Entscheidung bekräftigt.“ Für dieses Paar hat sich der weite Weg gelohnt. Der Ehemann stammt aus der bayerischen Rhön.

Keine Ausnahme: Nur ein Teil der Paare kommt aus der heimischen St. Antonius-Pfarrei in Künzell. Viele kommen aus dem gesamten Kreis Fulda. Im letzten Jahr hatten sich nur drei Paare in Künzell auf ihren gemeinsamen Lebensweg vorbereitet. Die Qualität des Kurses hat sich herumgesprochen. So erklärt sich der große Zulauf.

Für die Teilnehmer aus Künzell selbst wird der zweitägige Kurs ganz konkrete Folgen haben: In der St. Antonius Pfarrei gibt es derzeit fünf Familienkreise. Die Bald-Eheleute aus dem Vorbereitungsseminar wollen einen „Kreis junger Paare“ gründen. So eng haben die beiden Tage die Gruppe zusammen geschweißt. Und aus dem Kreis junger Paare, so schmunzeln manche, könnte sich relativ bald der nächste Familienkreis entwickeln.

Das nächste Seminar „Gemeinsam unterwegs zum Sakrament der Ehe“ ist für das kommende Jahr geplant. Anmeldungen nimmt das Pfarramt St. Antonius an: Keuloser Straße 24, 36093 Künzell, Tel. 9339150, Mail St.Antonius-kuenzell@t-online.de

Bericht: Hermann Diel