Zweiter Advent: Bereitet dem Herrn den Weg!

Evangelium – Lukas 3,1-6: Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. (So erfüllte sich,) was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.

Im heutigen Tagesevangelium fordert Johannes uns auf, dem Herrn den Weg zu bereiten. Dass der Weg für Gott in unsere Welt und in unsere Herzen oft versperrt ist, haben wir in der Kinderkirche durch dicke Steinbrocken versinnbildlicht, die auf dem Weg zur Krippe lagen. Diese durften die Kinder aus dem Weg räumen. Dabei wurden Eigenschaften und Verhaltensweisen aufgedeckt, die dem Ankommen Gottes in unserer Welt im Wege stehen, so wie „Lüge“, „Egoismus“, „Streit“, „Faulheit“. Nachdem wir uns Gedanken gemacht haben, wie wir selbst damit umgehen, haben wir, symbolisch für unsere Fehler, viele kleine Steine aus dem Weg geräumt und stattdessen ein Licht aufgestellt, das nun den Weg zur Krippe erhellt. – Aus den vielen kleinen Steinen haben wir im Anschluss schöne Krippenbilder gebastelt. So wurde deutlich, dass das Kommen des Herren unsere Fehler wandelt und dass wir auch als unvollkommene Menschen an der Krippe willkommen sind.

Christkönig 2018: Wir Königskinder

In Kontrast zu manchen, die sich heute eine Krone aufsetzen, geht Pfr. Liebig in seiner Predigt zu Christkönig 2018 dem Königtum nach, wofür Jesus stand und für das wir heute stehen: Es ist kein auf Gewalt und Rache bauendes, sinnendes Königtum, sondern ein Königtum der Armen, ein Königtum der Opfer, ein Königtum der Unvermögenden: Sie – und damit auch wir heute – werden durch das Interesse Gottes, das in Jesu Wirken und Sprechen Raum greift, zu Königinnen und Königen aufgewertet – und sind angehalten, es ihm gleichzutun…

Erste Lesung – Daniel 7,2a.13b-14 – Ich, Daniel, hatte während der Nacht eine Vision: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.

Zweite Lesung – Offenbarung 1,5b-8 – Jesus Christus ist der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde. Er liebt uns und hat uns von unseren Sünden erlöst durch sein Blut; er hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott, seinem Vater. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. Ja, amen. Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.

Evangelium – Johannes 18,33b-37: [In jener Zeit] fragte Pilatus Jesus: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt? Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier. Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

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Düstere Aussichten?

Zum rechten Verständnis der angstmachenden Bilder aus den Bibeltexten des Tages gibt Pfr. Liebig drei Empfehlungen: Hinter die Fassade gerade der uns Furcht einflößenden Dinge zu schauen, am Ziel unseres Lebens anzukommen, das Gott uns “zu-mutet” und die Spannung auszuhalten, die auf dem Weg entsteht…

Erste Lesung – Daniel 12,1-3 – In jener Zeit tritt Michael auf, der große Engelfürst, der für die Söhne deines Volkes eintritt. Dann kommt eine Zeit der Not, wie noch keine da war, seit es Völker gibt, bis zu jener Zeit. Doch dein Volk wird in jener Zeit gerettet, jeder, der im Buch verzeichnet ist. Von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu. Die Verständigen werden strahlen, wie der Himmel strahlt; und die Männer, die viele zum rechten Tun geführt haben, werden immer und ewig wie die Sterne leuchten.

Zweite Lesung – Hebräer 10,11-14.18 – Jeder Priester des Alten Bundes steht Tag für Tag da, versieht seinen Dienst und bringt viele Male die gleichen Opfer dar, die doch niemals Sünden wegnehmen können. Dieser aber hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt; seitdem wartet er, bis seine Feinde ihm als Schemel unter die Füße gelegt werden. Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt. Wo aber die Sünden vergeben sind, da gibt es kein Sündopfer mehr.

Evangelium – Markus 13,24-33: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.

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