Weinfest 2019: Herausgefordert

“Der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater…” – dass Jesus im Evangelium von Zwietracht sogar im inneren Kreis der Familie nicht nur redet, sondern sagt, dass er diese begründet, so Pfr. Liebig in seiner Predigt am Sonntag des Künzeller Weinfests, erstaunt angesichts einer Gottesvorstellung, die Harmonie und möglichst ungestörte Ruhe überbetont. Am Beispiel des heiligen Franziskus führt er aus, dass diese produktive Zwietracht in verschiedenen Zeiten zu für die Kirche wichtigen Entwicklungen geführt hat. Selbst Papst Franziskus sei im Vatikan nicht unbestritten und somit auch in einem Zusammenhang der Zwietracht. So werde aber auch und gerade uns heute das Evangelium zur herausfordernden Frage: Sind wir bereit, für unseren Glauben zu stehen, einzutreten, konsequent auch gegen Missstände und Probleme vorzugehen?

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Rotznasen reinigen, Tränen trocknen und begleiten: die verlängerte Hand Gottes in Künzell

Im Familiengottesdienst wurde Frau Elisabeth Herbst, die 41 Jahre als Erzieherin und davon 24 Jahre als Leiterin unseres Kindergartens St. Michael wirksam war, mit Gesang, Tanz, Geschenken und ganz viel Lob in den Ruhestand verabschiedet. Überschlagen 1000 Kinder, so Pfr. Liebig, habe sie mit Liebe und Langmut die Rotznasen gereinigt, die Tränen getrocknet, an die Hand genommen – und sei so die verlängerte Hand, der verlängerte Arm Gottes in Künzell gewesen. Dem Gottesdienst, in dem es immer wieder Beifall gab für ihr Wirken und die Begeisterung, welche die Kinder in die Kirche brachten, folgte ein Sektempfang im Thomas-Morus-Haus. Eine Bilderstrecke finden Sie weiter unten…

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Durch das Scheitern hindurch…

Nachhaltiger Erfolg, so Pfarrer Liebig in seiner Einführung, führt nicht selten über das Scheitern, das nicht Scheitern bleibt, für das man sich schämt, sondern ein Scheitern, das ertragen wird und so durch sich selbst hindurchführt zum Ziel. Ähnlich, so greift er den Faden in der Predigt auf, sei es mit dem aktuellen Zustand der Kirche in Deutschland. Es würden allerorts Experimente gemacht mit organisatorischen und gemeindeübergreifenden Zusammenführungen, doch wäre der Trend des abnehmenden Interesses an der Kirche und der Art und Weise, wie sie das Evangelium verbreitet, ungebrochen. Nachhaltig und konstruktiv im Sinne des Kirchenbauens sei vielmehr das persönliche Gespräch, das individuelle Zeugnis, das gemeinsame Nachdenken über entscheidende Momente im Leben, in denen Gott begegnet, das Bemühen, auch und gerade das Leben und Geschehen in unseren Tagen als gottbegleitetes Leben und Geschehen zu enträtseln, zu begreifen. Gefordert sei also – mit den Worten Bischof Dybas – ein Kampf: sicher kein Kampf im körperlich gewalttätigen Sinne, aber im Sinne des Aufbegehrens gegen einen Wesentliches eindampfenden, undifferenziert gleichmachenden und zunehmend nur noch am eigenen Vorteil ausgerichteten Zeitgeist – ein Kampf dafür, dass das Reich Gottes Wirklichkeit werden kann…

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Den Sprung ins frische Wasser wagen

In dem zum Vortrag kommenden ersten Hirtenwort von Bischof Michael wird in erfrischender Klarheit und Tiefe ein Programm für die nächsten Jahre unseres Bistums entworfen: Anknüpfend an den Prozess “zusammen wachsen – Bistum Fulda 2030” umreißt Bischof Michael dabei vier Bereiche, in denen Vergewisserung, Veränderung und Entwicklung erforderlich sein werden: die Spiritualisierung der Gemeindepraxis, Förderung der Vernetzung und Selbstorganisation, Überdenken und Erweiterung des Leitungsbegriffs sowie Weiterentwicklung pastoraler Einheiten. Entscheidend sei bei allem, diese Schritte mit Mut und Gottvertrauen zu gehen, gleichsam – ähnlich dem nach dem Tod Jesu frustrierten Petrus am See Genezareth – den Sprung ins frische Wasser zu wagen und sich immer wieder gegenseitig zu stärken, eigene Glaubenserfahrungen zu teilen und den Schatz eigener, individueller Schlüsselmomente in und zu der Kirche hin neu zu entdecken und ins Gespräch zu bringen. Es gehe also nicht nur um äußerliche und systemische Veränderungen, sondern vor allem um eine innere “Einstellung und Haltung, mit der wir künftig unterwegs sein wollen, um fruchtbar unseren Weg als Kirche zu gehen.” – Das Bischofswort finden Sie weiter unten auch im Originalton des Bischofs und in Textform vor, dazu auch eine verlinkte Zusammenfassung.

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Fronleichnam 2019: Gott begegnen, Gott vertreten

Gott, so Pfr. Liebig im Fronleichnams-Gottesdienst 2019, begegnet uns auf verschiedene Weise, ganz besonders aber in der Eucharistie, deren Fest – sozusagen in Verlängerung von Gründonnerstag – Fronleichnam ist. Und die Eucharistie sei mehr als nur Zeichen, mehr als nur Erinnerung: In ihr wird Gott lebendig und in unserer Gegenwart wirksam. Hier ist der Kern unseres Glaubens, hier ist die Quelle für das, was uns antreibt. Diesen Glauben nicht für sich zu behalten, sondern hinaus auf die Straßen zu tragen und so auch jenseits der Kirchenmauern Gott buchstäblich zu vertreten, dies ist der tiefere Sinn der sich an den Gottesdienst anschließenden Prozession…

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Pontifikalhochamt und Pfarrfest zum 50. Weihetag von St. Antonius 2019: Berühren und Bewegen!

Berühren lassen und und bewegen lassen durch Gott, so Pfr. Liebig und auch Weihbischof Dietz im Pontifikalhochamt zum 50. Weihetag unserer St. Antonius-Kirche, das seien zentrale Erfahrungen unseres Glaubens. Das Kreuzbild im Altarraum, so Weihbischof Dietz später, erinnere ihn an den monumentalen Cristo Redentor im Süden von Rio de Janeiro auf dem Berg Corcovado mit seinen auf die Betrachtenden hin ausgestreckten Armen. Genau so begegne Gott den Menschen – und dies zu allen Zeiten. Auch Petrus, dem wahrlich keine wesentlichen Qualifikationen für seine Rolle im Urchristentum zugeeignet waren, hat diesen Gott mit ausgestreckten Armen kennenlernen dürfen, genauso die Menschen von Künzell vor fünfzig Jahren und heute. Sie, wir alle dürfen von diesem Gott in unserem Denken, Sagen und Tun künden – entscheidend ist dabei nicht eine bestimmte Fähigkeit oder Qualifikation, sondern unsere Begeisterung für Gott. Es hat also einen guten Sinn, dass der Titel unseres Jubiläum-Lieds “Berührt und bewegt” lautet…

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Pfingstmontag 2019 – Alte und neue Messdienende

Statt einer Predigt wurden im Pfingstmontag-Gottesdienst Gegenstände, mit denen Messdienende hantieren, nach vorne gebracht und meditativ besprochen, so dass deren heiliger und heiligender Sinn ins Bewusstsein kommt und bleibt. Treu der bewährten Tradition wurden neue Messdienende aufgenommen und auch das mehrjährige Engagement am Altar, für die Gemeinde und die nicht aufwägbare Jugendarbeit gewürdigt. Auch die Staffel der Ober-Messdienenden wurde sowohl für Pius als auch Antonius weitergereicht…

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