Ewig Gebet 2018: Zwanzig Worte

Entlang zwanzig Worten nähert sich Pfarrer Liebig in seiner Predigt zu Ewig Gebet 2018 dem Sinn der Heiligen Messfeier an: Messfeier unermesslich, Lebensquelle unbegreiflich, Schuldvergebung unentgeltlich, Friedensbrücke unzerbrechlich, Freundesgabe unausdenklich, Abschiedsworte unvergesslich, Brotgemeinschaft unaufhörlich, Gottesworte unerschöpflich, Geistesfeuer unauslöschlich, Segenswege unvergänglich…



In der KinderKirche haben wir uns heute am Tag des Ewigen Gebetes mithilfe des Bibeltextes Mt 6,5-8 Gedanken über das Beten gemacht. Anhand von Farben arbeiteten wir heraus, wie man im Gebet alles, was einen bewegt – Freude und Sorge – mit Gott teilen kann. Am Ende haben die Kinder mit entsprechend farbigen Perlen eine Gebetskette gebastelt, mit der sie auch zu Hause z.B. beim Abendgebet ihre Anliegen vor Gott bringen können…
Erste Lesung – Jesaja 35,4-7a – Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. In der Wüste brechen Quellen hervor, und Bäche fließen in der Steppe. Der glühende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu sprudelnden Quellen.
Zweite Lesung – Jakobus 2,1-5 – Meine Brüder, haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, frei von jedem Ansehen der Person.
2Wenn in eure Versammlung ein Mann mit goldenen Ringen und prächtiger Kleidung kommt, und zugleich kommt ein Armer in schmutziger Kleidung, und ihr blickt auf den Mann in der prächtigen Kleidung und sagt: Setz dich hier auf den guten Platz!, und zu dem Armen sagt ihr: Du kannst dort stehen!, oder: Setz dich zu meinen Füßen! – macht ihr dann nicht untereinander Unterschiede und fällt Urteile aufgrund verwerflicher Überlegungen? Hört, meine geliebten Brüder: Hat Gott nicht die Armen in der Welt auserwählt, um sie durch den Glauben reich und zu Erben des Königreichs zu machen, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?
Evangelium – Markus 7,31-37: [In jener Zeit] verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen..

KinderKirche: Jesus, Brot des Lebens

In der heutigen Kinderkirche haben wir uns mit dem Jesus-Wort „Ich bin das Brot des Lebens“ beschäftigt. Ausgehend von unseren alltäglichen Erfahrungen haben wir herausgearbeitet, dass das Brot zu unseren Grundnahrungsmitteln gehört und uns Kraft und Leben spendet. In der Geschichte vom Bäcker aus Paris hörten wir, dass das gemeinsame Brotessen auch Ausdruck von Mitgefühl, Gemeinschaft, Verständnis und Fürsorge sein und sogar Versöhnung und Frieden schenken kann. Somit wurde uns klar, was es bedeutet, wenn Jesus von sich sagt „Ich bin das Brot des Lebens: Jesus ist das Brot, das unsere Gemeinschaft verbindet. Er schenkt uns Leben, Liebe und Versöhnung. – Als Abschluss haben die Kinder Brottüten gestaltet, in denen sie eine Scheibe Brot mitnehmen und in ihrem Lebensumfeld teilen konnten.

Mit den Augen Jesu sehen

In seiner Predigt fragt Pfarrer Liebig, was es heute heißt, mit den Augen Jesu zu sehen. Einerseits Sanftmut, Geduld und Toleranz, andererseits aber durchaus auch im besten Sinne Kritik- und Streitfähigkeit müssten dort mehr Raum gewinnen, wo unser Wahrnehmen und dessen tätige Deutung durch den Blick Jesu bereichert werde. So bleibe Besessenheit nicht nur Krankheit, sondern werde zur Herausforderung. So bleibe Unrecht nicht nur Leid, sondern werde ebenso zur Herausforderung. So bleibe Andersartigkeit nicht nur Anstößigkeit, sondern werde zur Herausforderung. In diesem Sinne lehre das Sehen durch die Augen Jesu vor allem nicht zu kapitulieren, sondern das zu tun, was Gott wollen und tun würde – und es führe direkt hinein in die Nähe, die Familie Gottes: “Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.”
In der KinderKirche ging es durch szenische Nachstellung um die Paradieserzählung aus der Tageslesung: Was bewegte Adam und Eva, dem Gebot Gottes nicht zu folgen? – “Verbot”, “Verlockung”, “Schwäche” und “Verzicht” wurden so als zentrale Begriffe aus dem Bibeltext heraus erklärt und im Anschluss auf die Gegenwart übertragen, in der es unverändert die Gebote Gottes, aber eben auch Verlockungen und die Möglichkeit einlenkender Schwäche, aber auch des Verzichts gibt. – “Guter Gott, Adam und Eva haben es nicht geschafft, auf dich zu hören. Sie haben gegen deine Weisung gehandelt und nicht beachtet, dass sie das Paradies von dir geschenkt bekommen haben. Auch uns fällt es manchmal schwer, Grenzen einzuhalten. Hilf uns, dass wir immer auf deinen Willen achten, denn du willst nur das Beste für uns. Amen.”
Erste Lesung – Genesis 3,9-15: Nachdem Adam von der Frucht des Baumes gegessen hatte, rief Gott, der Herr, ihm zu und sprach: Wo bist du? Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe? Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen. Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich gegessen. Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse.
Zweite Lesung – 2 Korinther 4,13-5,1: Wir haben den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in der Schrift heißt: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet. Auch wir glauben, und darum reden wir. Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch vor sein Angesicht stellen wird. Alles tun wir euretwegen, damit immer mehr Menschen aufgrund der überreich gewordenen Gnade den Dank vervielfachen, Gott zur Ehre. Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert. Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit, uns, die wir nicht auf das Sichtbare starren, sondern nach dem Unsichtbaren ausblicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig. Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel.
Evangelium – Markus 3,20-35: [In jener Zeit] ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebub besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

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KinderKirche: Teilnehmen, Teilgeben

In der KinderKirche ging es am 7. Sonntag der Osterzeit um die Nachwahl des Matthias in das Apostelkollegium:

Tageslesung – Apg 1, 15-17.20a.c-26: In jenen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder – etwa hundertzwanzig waren zusammengekommen – und sagte: Brüder! Es musste sich das Schriftwort erfüllen, das der Heilige Geist durch den Mund Davids im Voraus über Judas gesprochen hat. Judas wurde zum Anführer derer, die Jesus gefangen nahmen. Er wurde zu uns gezählt und hatte Anteil am gleichen Dienst. Denn es steht im Buch der Psalmen: Sein Amt soll ein anderer erhalten! Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und in den Himmel aufgenommen wurde, – einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein. Und sie stellten zwei Männer auf: Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias. Dann beteten sie: Herr, du kennst die Herzen aller; zeige, wen von diesen beiden du erwählt hast, diesen Dienst und dieses Apostelamt zu übernehmen. Denn Judas hat es verlassen und ist an den Ort gegangen, der ihm bestimmt war. Dann gaben sie ihnen Lose; das Los fiel auf Matthias, und er wurde den elf Aposteln zugerechnet.

Über das Symbol des Puzzles und eines fehlenden Teils erkannten die Kinder, dass der Gemeinschaft der Jünger ein wichtiger Teil fehlt und dass sich Matthias der Verantwortung stellt, einzuspringen und sich einzubringen: Jetzt ist die 12er-Gemeinschaft wieder vollständig. Die Jünger haben gezeigt, dass sie weiter machen wollen. Auch wenn Jesus jetzt nicht mehr bei ihnen ist, wollen sie seine Botschaft weiter verkündigen. Sie haben Verantwortung übernommen und sorgen eigenständig dafür, dass die Sache Jesu weitergeführt wird…

Gebet der Kinder: Guter Gott, ohne Matthias war der 12er-Kreis nicht vollständig. Ohne uns Kinder fehlt auch ein wichtiger Teil in der Gemeinde. – Hilf allen in der Gemeinde zu erkennen, dass ohne uns Kinder die Botschaft Jesu keine Zukunft hat und hilf uns Kindern unseren Platz in der Kirche zu finden, so dass auch wir lernen eines Tages Verantwortung zu übernehmen. – Heute am Muttertag wollen wir auch besonders an unsere Mütter denken: Lass uns nicht vergessen, dass nicht nur sie Verantwortung für uns haben, sondern auch wir Verantwortung für sie.

Auferstehung begreifen – in Fleisch und Blut

Am Ende des Tages-Evangeliums werden wir aufgerufen Zeuginnen und Zeugen zu sein für die Auferstehung Christi. Was dies konkret bedeuten kann, zeigt Pfarrer Liebig exemplarisch in seiner Predigt zum dritten Sonntag der Osterzeit: So schwierig es auch bisweilen nachzuvollziehen sei, bringe Gott doch gerade im Leiden seinen Plan des Heils zur Erfüllung…

Auch in der KinderKirche ging es um das Tagesevangelium, die Kinder begleiteten die Jünger in das Haus, in dem sich ihnen Jesus zeigt und fühlten ihrer Traurigkeit und ihrem Unverständnis nach. Doch dann erscheint ihnen Jesus und verwandelt sie, und zwar vollkommen, von allen Seiten. Jesus möchte auch uns heute vollkommen verwandeln, er möchte uns begegnen und uns auf unserem Lebensweg begleiten.


Erste Lesung – Apostelgeschichte 3,12a.13-15.17-19: [In jenen Tagen] wandte sich Petrus an das Volk: Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert. Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen. Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer. Gott aber hat auf diese Weise erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten im Voraus verkündigt hat: dass sein Messias leiden werde. Also kehrt um, und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden.
Zweite Lesung – 1 Johannes 2,1-5a: Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt. Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm. Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet.
Evangelium – Lk 24,35-48: [Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren,] erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür.

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