Kraftquelle Gipfelerfahrung

Das Tagesevangelium, so Pfarrer Liebig in seiner Predigt, schildert eine auch Nicht-Bergliebhabenden nicht unbekannte Gipfelerfahrung: den Jüngern gehen die Augen über und sie wollen den drei wichtigsten Glaubensautoritäten eine bleibende Heimat bieten. Die Verklärung vergeht jedoch und es bleibt “nur” Jesus. Die Jünger erfasst aufgrund der Umstände Angst und sie schweigen über diese Erfahrung. Genauso ergeht es uns heute: Hoch-Zeiten des Glaubens sind nicht endlos, der Abstieg in die Niederungen des Alltags und der Enttäuschung sind bitter und lassen uns kaum zu Wort kommen über das, was uns eben noch an Unglaublichem auf dem Gipfel des Berges widerfahren ist. So sei es auch mit dem Weg nach Ostern hin: der Karfreitag liegt als unvermeidbarer Stein auf diesem Weg – ein Stein, den wir aber im Glauben und auch im Wissen um das, was wenig später passiert, kraftvoll überwinden können…

Im Spiel machten die Kinder heute die Erfahrung, wie wichtig es ist, auf die richtige Stimme zu hören, wenn man ein Ziel erreichen will. Auch im Alltag ist es z.B. wichtig, auf die Eltern und andere Vertrauenspersonen zu hören. Die Jünger im Tagesevangelium erfahren genau das: Gott macht deutlich, dass Jesus sein geliebter Sohn ist und dass wir auf ihn hören sollen. Im Gespräch darüber, was das genau bedeutet, kam – passend zum Lied – das innerste, vertrauensvolle Fühlen mit ganzem Herzen als wichtiges Zeichen zur Sprache, das uns deutlich macht, wenn es gut ist auf jemanden wie Jesus zu hören: tief im Herzen. – Vielen Dank an Mike Müllerbauer und Freunde für die begeisternden Bewegungen zu “Ich lieb dich, Jesus”!

Erste Lesung (Genesis 15,5-12.17f.): In jenen Tagen führte der Herr Abram hinaus und sprach: Sieh zum Himmel hinauf, und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein. Abram glaubte dem Herrn, und der Herr rechnete es ihm als Gerechtigkeit an. Er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat, um dir dieses Land zu Eigen zu geben. Da sagte Abram: Herr, mein Herr, woran soll ich erkennen, dass ich es zu Eigen bekomme? Der Herr antwortete ihm: Hol mir ein dreijähriges Rind, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine Haustaube! Abram brachte ihm alle diese Tiere, zerteilte sie und legte je eine Hälfte der andern gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht. Da stießen Raubvögel auf die Fleischstücke herab, doch Abram verscheuchte sie. Bei Sonnenuntergang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf; große, unheimliche Angst überfiel ihn. Die Sonne war untergegangen, und es war dunkel geworden. Auf einmal waren ein rauchender Ofen und eine lodernde Fackel da; sie fuhren zwischen jenen Fleischstücken hindurch. An diesem Tag schloss der Herr mit Abram folgenden Bund: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land vom Grenzbach Ägyptens bis zum großen Strom, dem Eufrat.
Zweite Lesung (Philipper 3,17-4,1): Ahmt auch ihr mich nach, Brüder, und achtet auf jene, die nach dem Vorbild leben, das ihr an uns habt. Denn viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche – leben als Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn. Unsere Heimat aber ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich alles unterwerfen kann. Darum, meine geliebten Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und mein Ehrenkranz, steht fest in der Gemeinschaft mit dem Herrn, liebe Brüder.
Evangelium (Lukas 9,28b-36): [In jener Zeit] nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten. Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes, und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte. Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein. Die Jünger schwiegen jedoch über das, was sie gesehen hatten, und erzählten in jenen Tagen niemand davon.

Herzlichen Glückwunsch!

Im Tagesevangelium, so Pfarrer Liebig in seiner Predigt, macht sich Jesus nicht lustig über Menschen, denen es nicht gut geht, auch wenn es auf den ersten Blick so scheine. Wenn er sie selig preist, heiße dies vielmehr, dass sie von Gott angenommen und geliebt seien und so eine neue Lebensperspektive gewinnen könnten, Hoffnung schöpfen könnten. Genau diese Hoffnung mache einen wichtigen Anteil des Christseins aus und dürfe auch unsere Hoffnung sein – gerade dann, wenn nicht alles glatt und wie geplant gehe…

In der gestalteten Mitte unserer KinderKirche fanden sich heute ein Pokal und eine Medaille. Die Kinder wussten zu berichten, wofür man so etwas bekommt: z.B. für einen Sieg im Sport oder andere Wettbewerbe. Für einen vorderen Platz im Vorlesewettbewerb bekommt man eine Urkunde und im Fernsehen gibt es Shows, bei denen die beste Sängerin oder der beste Sänger einen Preis erhält. Solche Gewinner beglückwünscht man. Sie werden bewundert und stehen überall im Mittelpunkt. Im Evangelium hörten wir dann, wen Jesus ganz besonders hervorhebt. Mithilfe von Bildern arbeiteten die Kinder heraus, dass bei Jesus die Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden, die in unserer Welt eher am Rande stehe: die Armen, die Hungernden, die Traurigen, die Ausgestoßenen… – Jesus möchte uns die Augen öffnen: Gott steht auf der Seite derer, die in unserer Welt nicht viel gelten. Und zu ihnen sollen wir halten. Dies machten die Kinder deutlich, indem sie Herzen und Blumen zu den Bildern legten. Im Anschluss bastelten wir mit den Bildern der Seliggepriesenen Selig-Medaillen, die uns auch in Zukunft daran erinnern sollen, wer bei Gott an erster Stelle steht…

Erste Lesung (Jeremia 17,5-8): So spricht der Herr: Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt, und dessen Herz sich abwendet vom Herrn. Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt. Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.
Zweite Lesung (1 Korinther 15,12.16-20): Wenn verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht? Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, und ihr seid immer noch in euren Sünden; und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren. Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen. Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.
Evangelium (Lukas 6,17.20-26): [In jener Zeit] stieg Jesus mit seinen Jüngern den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon strömten herbei. Jesus richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht. Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten. Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.

Heilige Drei Könige 2019

Evangelium – Matthäus 2,1-12: Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

In der KinderKirche haben wir uns heute mit den drei Geschenken Gold, Weihrauch und Myrrhe beschäftigt, die die Sterndeuter dem neugeborenen Jesuskind schenken. Schon im Gottesdienst haben wir erfahren, dass die Sterndeuter mit den Geschenken zum Ausdruck bringen, wer Jesus für sie ist. Das Gold zeigt, dass er König ist, der Weihrauch bringt seine Göttlichkeit zum Ausdruck, die Myrrhe deutet auf sein Sterben als Mensch hin. Später durfte jedes Kind dann an echtem Myrrhebalsam riechen und ein Weihrauchkorn in den Händen halten. Mit dem Verbrennen der Weihrauchkörner ließen wir unser Gebet in den Himmel aufsteigen.

Zweiter Advent: Bereitet dem Herrn den Weg!

Evangelium – Lukas 3,1-6: Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. (So erfüllte sich,) was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.

Im heutigen Tagesevangelium fordert Johannes uns auf, dem Herrn den Weg zu bereiten. Dass der Weg für Gott in unsere Welt und in unsere Herzen oft versperrt ist, haben wir in der Kinderkirche durch dicke Steinbrocken versinnbildlicht, die auf dem Weg zur Krippe lagen. Diese durften die Kinder aus dem Weg räumen. Dabei wurden Eigenschaften und Verhaltensweisen aufgedeckt, die dem Ankommen Gottes in unserer Welt im Wege stehen, so wie „Lüge“, „Egoismus“, „Streit“, „Faulheit“. Nachdem wir uns Gedanken gemacht haben, wie wir selbst damit umgehen, haben wir, symbolisch für unsere Fehler, viele kleine Steine aus dem Weg geräumt und stattdessen ein Licht aufgestellt, das nun den Weg zur Krippe erhellt. – Aus den vielen kleinen Steinen haben wir im Anschluss schöne Krippenbilder gebastelt. So wurde deutlich, dass das Kommen des Herren unsere Fehler wandelt und dass wir auch als unvollkommene Menschen an der Krippe willkommen sind.